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Jelly-Tarte mit Rossoli und Sekt

Jelly-Tarte mit Rossoli und Sekt
Der Aperitif, den man mit der Gabel isst
Es gibt Kuchen, die sättigen. Und es gibt Kuchen, die den Abend eröffnen. Die Jelly-Tarte gehört eindeutig zur zweiten Sorte: ein knapper, mürber Boden, darauf hauchdünne Orangenscheiben und darüber eine glasklare Schicht aus Rossoli Aperitivo und Sekt, die beim Anschneiden leise nachgibt.
Wo sonst Eiswürfel im Glas klirren, steht hier ein Stück Tarte auf dem Teller – mit denselben Aromen: die feine Bitternote und die Kräuterwürze des Rossoli, die trockene Perlage vom Sekt, dazu die Zitrusfrische der Orange. Nichts davon ist schwer, nichts davon ist süß bis zur Sättigung.
Genau das macht die Tarte zum idealen Dessert für laue Abende auf der Terrasse, für den Geburtstagstisch im Sommer oder als eleganten Abschluss eines langen Menüs. Sie sieht aufwendig aus und ist es nicht – der größte Teil der Arbeit besteht aus Wartezeit im Kühlschrank.
- Zubereitungszeit: ca. 45 Minuten aktiv
- Kühlzeit: 1 Stunde Teigruhe, ca. 4 Stunden Gelierzeit
- Schwierigkeit: mittel
- Ergibt: 1 Tarte, 28 cm Springform, ca. 12 Stücke
Die Zutaten
Für den Tortenboden
- 300 g Mehl
- 165 g Butter, kalt
- 75 g Zucker
Für die Jelly-Füllung
- 200 ml Rossoli Aperitivo (Allgäu Brennerei)
- 300 ml trockener Sekt
- 150 ml Wasser
- 12 Blatt Gelatine
Außerdem
- 1 Bio-Orange
- Geschlagene Sahne zum Servieren
So geht es
- Mürbteig kneten: Mehl, Zucker und die kalte Butter zügig zu einem glatten Mürbteig verkneten. Zu einer flachen Scheibe formen, in Folie wickeln und 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
- Boden backen: Den Teig ausrollen und die 28-cm-Form damit auskleiden. Bei 185 Grad etwa 15 bis 20 Minuten blind backen, dann vollständig auskühlen lassen.
- Orange vorbereiten: Die Bio-Orange heiß abspülen, trocken reiben und in sehr feine Scheiben schneiden.
- Gelatine einweichen: Die 12 Blatt Gelatine in reichlich kaltem Wasser einweichen, bis sie weich sind. Gut ausdrücken.
- Gelee ansetzen: Die Gelatine in einem Topf bei milder Hitze schmelzen – nicht kochen. Rossoli, Sekt und Wasser zugeben und gründlich verrühren.
- Auf Temperatur bringen: Die Masse über einem Eisbad rühren, bis sie sichtbar anzudicken beginnt. Dieser Moment ist entscheidend: Zu flüssig läuft sie unter den Boden, zu fest lässt sie sich nicht mehr gießen.
- Schichten: Die Orangenscheiben auf dem ausgekühlten Boden auslegen und die andickende Masse vorsichtig darüber gießen – am besten über einen Löffelrücken, damit die Scheiben nicht verrutschen.
- Fest werden lassen: Die Tarte für mindestens vier Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank stellen.
Tipps aus der Backstube
- Der Boden muss wirklich kalt sein. Gießt man das Gelee auf einen noch lauwarmen Mürbteig, weicht er auf und verliert seinen Biss. Lieber eine Stunde länger warten.
- Das Eisbad ist Pflicht. Nur über dem Eisbad lässt sich der Moment treffen, in dem die Masse zähflüssig wird wie kaltes Öl. Ohne Eisbad ist die Flüssigkeit entweder zu dünn oder plötzlich fest.
- Nicht kochen. Gelatine verliert oberhalb von etwa 60 Grad ihre Bindekraft, und der Alkohol verfliegt mitsamt den Aromen. Sanft erwärmen genügt.
- Dünn schneiden. Je feiner die Orangenscheiben, desto schöner leuchten sie durch das Gelee – und desto angenehmer lassen sich die Stücke essen.
- Variante Marillen-Limes: Statt Rossoli lässt sich das Gelee auch mit Marillen-Limes ansetzen. Dann passen Aprikosenspalten besser als Orange.
- Alkoholfrei: Wer ohne Alkohol backen möchte, ersetzt Rossoli und Sekt durch alkoholfreien Aperitif und Traubensaftschorle. Die Gelatinemenge bleibt gleich.
- Sauber schneiden: Ein in heißes Wasser getauchtes, abgetrocknetes Messer gibt glatte Schnittkanten.
Rossoli Aperitivo – die Aperitif-Basis aus dem Allgäu
Der Rossoli Aperitivo mit 15 Prozent Vol. ist die aromatische Grundlage dieser Tarte. Seine feine Bitternote und die kräuterige Würze halten der Süße von Boden und Sahne die Waage – deshalb schmeckt die Tarte erfrischend statt schwer. Im Glas ist er der klassische Aperitif, im Gelee wird er zum Dessert.
Servieren und Genießen
Die Jelly-Tarte kommt direkt aus dem Kühlschrank auf den Tisch – kalt ist sie am schönsten, dann bebt das Gelee beim Tragen leicht und die Orangenscheiben leuchten durch. Eine Kugel locker geschlagene Sahne daneben genügt vollkommen; sie nimmt der Bitternote die Spitze, ohne das Gelee zu überdecken.
Dazu passt genau das, was auch drin ist: ein Glas trockener Sekt oder ein kleiner Rossoli auf Eis. So wird aus dem Dessert wieder ein Aperitif, und der Kreis schließt sich. Zubereiten lässt sich die Tarte übrigens bequem am Vortag – am zweiten Tag ist das Gelee sogar noch etwas klarer.
Das Rezept stammt von den ZweiSchwestern, die im Allgäu einzigartige Backkurse geben.
Viel Freude beim Backen – und einen schönen Abend dazu.


